Beckenboden und Analkrankheiten: zwei Seiten der selben Münze

Die engen funktionellen und anatomischen Verbindungen zwischen den Organen des Beckenbodens, des Beckens und der Wirbelsäule äußern sich in Veränderungen der anorektalen und harnableitenden Funktionen. Häufig treten osteofasziale Pathologien auf, die Symptome im Bereich des Anorektums oder der Harnwege hervorrufen, ohne dass eine sichtbare Pathologie in diesen Organen vorliegt.

Die besondere Charakteristik der Pathologien des Beckenbodens erfordert eine hohe Sensibilität den Patienten gegenüber. Im vertraulichen Gespräch zwischen Arzt und Patienten kann die beste Voraussetzung geschaffen werden, eine Untersuchung durchzuführen und eine korrekte Diagnose zu stellen.

Es gilt, den richtigen Kompromiss zwischen diagnostischen und therapeutischen Methoden und den Wünschen und Bedürfnissen des Patienten zu finden. Für jede Patientin musste der Artz die geignete Behandlung finden. Man muss der Patient in Vordergrund behandeln,und nicht die Krankheit.

Dabei versuchen wir für jeden Patienten die jeweils am besten geeignete Behandlung zu finden.

Das Becken ist nämlich oft gezwungen, andere Strukturen zu kompensieren und drückt die funktionelle Überlastung mit Schmerzen oder Funktionsstörungen aus.

Blutungen, Juckreiz, Schmerzen, das Gefühl eines feuchten Anus, Kontinenzstörungen – all dies sind Symptome, die von verschiedenen Erkrankungen des Enddarms und in seltenen Fällen auch von schwereren Erkrankungen herrühren können.

Der Arzt weiß, dass diese Pathologien, da eine sensible Körperregion betreffen, Ursache für Hemmungen und Scham sein könnten. Gerade deshalb verstehen wir eine eventuelle Verlegenheit der Patienten und bemühen uns, umso mehr, zuzuhören und ein vertrauensvolles Gespräch zu führen.

 

Bei der Behandlung von Beckenbodenerkrankungen muss unbedingt die Komplexität dieser anatomischen Region berücksichtigt werden, die noch immer zu den am wenigsten erforschten gehört. Der Beckenboden ist ein funktionelles Scharnier zwischen der Wirbelsäule, dem Becken und den unteren Gliedmaßen. Der Urogenitalapparat sowie der Anorektalbereich sind eng mit der muskulär-ligamentären Komponente des Beckenbodens verbunden. Jede Veränderung der Statik und Dynamik, die durch Veränderungen der Wirbelsäule, des Beckens und der unteren Gliedmaßen ausgelöst wird, wirkt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die fasziale und muskuläre Komponente aus und führt so zu Störungen der Harn- und Stuhlfunktion.

So ist zu verstehen wie ein Patient mit Rückenschmerzen rezidivierende Blasenentzündungen oder Hämorrhoidalleiden haben kann. Ebenso können Störungen der Muskeln des Beckenbodens zunächst als anorektale Pathologien gedeutet werden oder Darmsymptome wie Koliken oder Stuhlentleerungsstörungen zum Ausdruck bringen.

Es ist ratsam, sich untersuchen zu lassen, denn nur nach einer korrekten Diagnose kann die geeignete Behandlung gewählt werden und unnötige Leiden und Zeitverlust vermieden werden.

Da Erkrankungen in dieser sensiblen Körperregion vielfältige Ursachen haben können, suchen Sie bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf!

Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass diese Störungen durch ein koordiniertes Eingreifen von Fachleuten angegangen werden, die eng zusammenarbeiten. Sobald die Diagnose gestellt ist, bildet die osteopathische Becken-Rehabilitation die Grundlage für die Korrektur der Beckenfunktionsstörung.

Anorektale Pathologien sind aber auch Pathologien des Beckenbodens, welche einen multidisziplinären Ansatz erfordern Die Zusammenarbeit zwischen Kolorektalchirurg, Urologe, Physiotherapeut und Osteopath ist heute unerlässlich.

Die komplete Untersuchung des Beckenbodens besteht aus eine allgemeine klinische Beurteilung mit perineale Ultraschall, Videoanorektoskopie, anorektale Manometrie und transanaler Ultraschall.

Schmerzfreie moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen es, den Anus-Perineal-Bereich zu visualisieren und so eine fundierte Diagnose zu stellen und die beste Entscheidung über die therapeutischen Maßnahmen zu treffen.