DAS  PROBLEM  BEI  HÄEMORRHOIDALLEIDEN IST , DASS DIE BESCHWERDEN NICHT SPEZIFISCH SIND UND NICHT AUSSCHLIESSLICH AUF DIESE ERKRANKUNG BEGRENZT.

Blutungen, Juckreiz, Schmerzen, das Gefühl eines feuchten Anus, Kontinenzstörungen – all dies sind Symptome, die von verschiedenen Erkrankungen des Enddarms und in seltenen Fällen auch von schwereren Erkrankungen herrühren können. Ihr Arzt weiß, dass diese Pathologien, weil eine sensible Körperregion betreffend, Ursache für Hemmungen und Scham sein können. Gerade deshalb verstehen wir eine eventuelle Verlegenheit der Patienten und bemühen uns umso mehr zuzuhören und ein vertrauensvolles Gespräch zu führen.

Es ist ratsam, sich untersuchen zu lassen, denn nur nach einer korrekten Diagnose kann die geeignete Behandlung gewählt werden und unnötige Leiden und Zeitverlust vermieden werden.

Da Erkrankungen in dieser sensiblen Körperregion vielfältige Ursachen haben können, suchen Sie bei Beschwerden unbedingt einen Arzt auf! Schmerzfreie moderne Untersuchungsmethoden ermöglichen es, den Anus-Perineal-Bereich zu visualisieren und so eine fundierte Diagnose zu stellen und die beste Entscheidung über die therapeutischen Maßnahmen zu treffen.

                                 

Hämorrhoiden sind keine Krankheit, sondern eine Struktur der normalen menschlichen Anatomie mit ihrer eigenen präzisen Rolle.

 

Meist wird von Hämorrhoiden im Sinne einer Störung oder Krankheit gesprochen, aber in Wirklichkeit arbeitet dieses Organ der Stuhlkontinenz in aller Stille, bis etwas nicht mehr funktioniert.

 Aus physiologischer Sicht stellen die Hämorrhoiden, die sich innen am Eingang des Analkanals befinden, eine Ringdichtung dar, die, dank eines automatischen Füllsystems den Kanal zusammen mit den Schließmuskeln bei jedem Anstieg des Bauchdrucks verschließt und so den unfreiwilligen Verlust von Stuhl oder Gas verhindert.

Das klinische Bild unterscheidet sich von Patient zu Patient und die jeweilige Therapie, ob medizinisch oder chirurgisch, muss maßgeschneidert sein.

Nur 10 % der Patienten, die in einer proktologischen Ambulanz behandelt werden, müssen operiert werden. In vielen Fällen spielen konstitutionelle, Haltungs- und Verhaltensfaktoren eine Rolle, die im Rahmen der Rehabilitation aufgezeigt werden, wodurch eine Lösung des Problems gefunden werden kann.

Deshalb die Frage: Welche Behandlung im Falle von Hämorrhoiden?

Die Antwort ist angesichts der vielfältigen und oft verwirrenden Welt des Internets und des Hörensagens recht einfach. Es handelt sich um eine gutartige Pathologie, bei der die Risiken minimal, die Wirksamkeit hoch und die Wirkung langanhaltend sein müssen. Der Patient, der von einem Hämorrhoidalleiden geplagt wird und für eine Operation in Frage kommt, muss durch den Eingriff auf jeden Fall endgültig von seinem Leiden geheilt werden.

Der andere Aspekt – laut wissenschaftlichen Leitlinien –- ist die Notwendigkeit einer maßgeschneiderten Wahl der angewandten Technik: Das bedeutet, dass man bei ein und demselben Patienten, da man im Bereich des Analkreises in den verschiedenen Sektoren unterschiedliche Bedingungen vorfindet, auch verschiedene Techniken anweden kann.

Im Prinzip ist das Verfahren, das in Bezug auf Sicherheit, Langzeitstabilität und Berücksichtigung der anatomischen Struktur die besten Ergebnisse bietet, die klassische (offene oder halbgeschlossene) Hämorrhoidektomie in den Varianten von Milligan Morgan oder Fergusson oder alternativ die rekonstruktive Technik von Parks.

Heute ermöglicht der Einsatz von Radiofrequenz- oder Ultraschallskalpellen eine optimale Sicht und Präzision bei der Ausführung. Dies reduziert die Dauer der Operation und verringert die postoperativen Schmerzen.

Hingegen das Interesse, welche die Prolapsektomie nach Longo Ende der 90er Jahre auslöste, hat allmählich nachgelassen – nicht nur wegen der mit der Technik verbundenen Komplikationen, sondern auch wegen der Unmöglichkeit, verschiedene Situationen bei ein und demselben Patienten erfolgreich zu behandeln.

Gibt es alternative Behandlungstechniken?

Nicht-resektive Techniken wie RAR, HAL-Doppler oder ähnliche kostengünstigere wie HPS können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, bieten jedoch keine langfristige Stabilität und bergen ein hohes Rezidivrisiko (bis zu 30 % der Fälle). Sie sind niemals das Mittel der Wahl bei einer chronischen  Erkrankung und beruhen auf pathophysiologischen Annahmen, über die oft kein wissenschaftlicher Konsens besteht.

Es ist Aufgabe des Chirurgen, sobald die Diagnose gestellt ist, deutlich zu machen wie wichtig bei der Wahl der richtigen Therapie, das Gespräch zwischen Arzt und Patienten ist.

Gemeinsam sind alle Möglichkeiten durchzugehen und alle verfügbaren Techniken müssen dem Patienten erläutert werden, damit in aller Ruhe und gemeinsam eine Entscheidung getroffen werden kann.